Magdeburger Unternehmen kauft und saniert historisches Bahnareal

Magdeburg. Dr. Mike Kersten konnte einfach nicht widerstehen: "Ich habe das Gebäude gesehen und wusste sofort: Daraus kann ich etwas Tolles machen!" Objekt der Begierde des selbstständigen Ingenieurs und Sachverständigen aus Magdeburg / Barleben ist der alte Lokschuppen am Magdeburger Hafen. 

Im Jahre 1880 erstmals in Schriftstücken erwähnt, sind hier fast ein Jahrhundert lang Dampfloks repariert worden. Auf alle Fälle bis 1973, als die am Lokschuppen vorbeiführende Strecke Magdeburg-Wittenberg eingestellt und die Schienen abgetragen wurden. Das Ende des eingeschossigen Gebäudes mit Satteldach schien besiegelt. Bis Dr. Mike Kersten darauf aufmerksam wurde: Als das Objekt bei DB Services Immobilien ausgeschrieben wurde, machte der 39-Jährige Nägel mit Köpfen. Gemeinsam mit seinem Partner kaufte er das Areal und will nun aus dem historischen Lokschuppen den Firmensitz machen.

"Wir wollen zeigen, dass es auch mit beschränkten finanziellen Mitteln möglich ist, historischen Bauraum nutzungsorientiert zu sanieren", sagt er. Das Dach ist DETAIL: Sparrenverzierung bereits neu gedeckt, das Innere entkernt und bereit für den Mix aus alter Bausubstanz und modernem Flair. Auf zwei Ebenen soll spätestens Anfang 2007 ein modernes Büro- und Schulungsgebäude entstanden sein. Für das kleine Unternehmen Dr. Kersten & Partner könnte sich nach der aufwändigen und detailverliebten Sanierung auch wieder der Bahn-Kreis schließen. Denn seit drei Jahren gibt es einen Rahmenvertrag mit DB Training, sind die Magdeburger Ingenieure und Sachverständige bei der Werkstatt-Zertitizierung und beim Total Quality Management (TQM) fundierter Partner.

SCHULUNGSRAUM FÜR BAHNER - Und im umgebauten Lokschuppen in Magdeburg werden dann wieder Eisenbahner bei Lehrgängen sitzen. " Eine bessere Nutzung der Schulungsräume kann ich mir nicht vorstellen", freut sich Dr. Mike Kersten.

Denkmalgerecht Der Lokschuppen steht im Stadtteil "Alte Neustadt" Magdeburg am Handelshafen.

  • Die Fassade besteht aus Bruchsteinmauerwerk und soll erhalten werden. 
  • Die Fenster und Tore aus Holz werden dem Original nachempfunden.

Zurück